Unsterblich durch Algorithmen? Sterben 2.0

KI-Logbuch Logo

KI-Logbuch

Inspiration, Entdeckungen, Anwendungen

Introductory image for the article

Unsterblich durch Algorithmen? Sterben 2.0

Created on 2025-07-07 07:28

Published on 2025-07-10 05:00

–>> Du bist unterwegs und kannst das KI-Logbuch gerade nicht lesen? Klicke hier, um die KI-generierte Version dieses Newsletters als Podcast zu hören <<–

Liebe Neugierige, Kreative, Entdecker*innen,

vielleicht hat es der eine oder die andere ja mitbekommen. Um mein KI-Logbuch und meine LinkedIn Präsenz war es die vergangenen 3 Wochen stiller geworden. Leben passiert, ganz gleich, was wir hier täglich raus hauen. Bei mir war es der Tod meines Vaters. Heute, Mittwoch, war die Beisetzung und ich scheine zum ersten Mal wirklich zu verstehen, warum es TrauerARBEIT heißt. Sich mit dem Tod auseinander zu setzen ist Teil unseres Lebens. Es gibt keinen Cheatcode, keinen GodMode oder andere Hacks, mit denen wir aus dieser Nummer irgendwann mal raus kommen ohne uns mit der Essenz des Lebens (und dadurch natürlich auch des Todes) auseinander setzen zu müssen. Der Tod galt lange als letzte Grenze des Menschseins. Doch ist das heute immer noch so wahr? Gilt das alles noch im Zeitalter von Big Data, generativer KI und digitaler Vernetzung? Verschwimmen nun die Grenzen zwischen Leben und Tod immer mehr? Während globale Krisen unser Bewusstsein für die Endlichkeit unserer Existenz schärfen, versprechen Tech-Konzerne digitale Unsterblichkeit – und machen daraus ein Milliardengeschäft. Die Frage, wie wir mit dem digitalen Nachleben umgehen, ist längst keine Science-Fiction mehr, sondern gesellschaftliche Realität. Wie die Journalistin Aimee Pearcy beschreibt:

„Es war, als würde mein Vater mir wirklich schreiben“

KI macht Trauer zu einer neuen, oft verstörenden Erfahrung. Was bedeutet das für unser Menschsein? Und wie viel Kontrolle haben wir noch über unser digitales Erbe? Sherry Turkle brachte es schon 2012 auf den Punkt:

„Wir erwarten mehr von der Technologie und weniger voneinander“

Zeit, genauer hinzuschauen.


Die Architekten der digitalen Unsterblichkeit

Silicon Valleys Unsterblichkeits-Mogule

Ray Kurzweil, Googles Director of Engineering seit 2012, steht als philosophischer Architekt der technologischen Unsterblichkeit im Zentrum der Bewegung. Seine Vorhersage der „Singularität“ für 2029 – wenn Menschen durch Nanobots (in 2030) in ihren Kapillaren mit KI verschmelzen und ihre Intelligenz um das „Millionenfache“ erweitern – galt lange als Fantasie, erscheint heute aber bemerkenswert präzise. Kurzweils Motivation entspringt einer persönlichen Todesangst: Er beschreibt den Tod als „größte Herausforderung der Menschheit“ und nimmt täglich über 100 Nahrungsergänzungsmittel.

Peter Thiel, PayPal-Mitgründer und Managing Partner des Founders Fund (Vermögen: 20,8 Milliarden Dollar), verkörpert Silicon Valleys Obsession mit der Überwindung des Todes. Thiel nimmt täglich Wachstumshormone und plant kryogene Konservierung nach seinem Tod. Seine Investitionsphilosophie konzentriert sich auf „konträre“ Wetten gegen die Sterblichkeit – er finanziert Unternehmen wie Unity Biotechnology und unterstützt Parabiose-Forschung (Bluttransfusionen von Jungen zu Alten). Über seinen Chief Medical Officer Jason Camm erforscht Thiel aktiv „radikale Durchbrüche in der Lebensspannenverlängerung“.

Larry Ellison, Oracles 80-jähriger Gründer (Vermögen: 174 Milliarden Dollar), hat über 350 Millionen Dollar in Alterungsforschung investiert. Gerüchten zufolge wird sein bemerkenswert jugendliches Aussehen auf jahrzehntelange strenge Diät, stundenlangen täglichen Sport und ausschließlichen Konsum von grünem Tee und Wasser zurückgeführt.


Die wissenschaftlichen Pioniere

Aubrey de Grey, Mitgründer der SENS Research Foundation, führt den „Schadenreparatur“-Ansatz gegen das Altern an. Anders als traditionelle Medizin, die Krankheiten behandelt, plädiert de Grey für die Reparatur molekularer Schäden, die sich mit dem Alter ansammeln. Seine kontroverse Behauptung, dass Altern „das schlimmste Problem der Menschheit“ sei, treibt seine Mission zur „Langlebigkeits-Fluchtgeschwindigkeit“ an – wo medizinische Fortschritte das Leben schneller verlängern, als das Altern es verkürzt.

Ben Goertzel, Gründer von SingularityNET und der ASI Alliance, entwickelt OpenCog Hyperon, ein System für künstliche allgemeine Intelligenz, das er als bereits „selbstbewusst“ bezeichnet.

„Was ich mit Selbstbewusstsein meine, ist, dass es von Anfang an, auch in den aktuellen Versionen, ein Modell davon hat, wer es ist. Es hat ein Modell davon, wer Sie sind. Es hat bestimmte Ziele, die es in der jeweiligen Situation zu erreichen versucht. Es weiß, wie es sich zu dieser Situation verhält und was es zu tun versucht.“

Goertzels dezentraler Ansatz zur AGI-Entwicklung zielt darauf ab, regulatorische Beschränkungen zu umgehen, indem es gleichzeitig auf Maschinen in unterschiedlichsten Ländern läuft.


Das Investitions-Ökosystem der Unsterblichkeit

Laura Deming repräsentiert die neue Generation von Langlebigkeitsinvestoren. Mit 8 Jahren von einer Obsession über den Tod erfasst, trat sie mit 12 Cynthia Kenyons Labor bei und gründete mit 17 den Longevity Fund nach Erhalt von Peter Thiels Fellowship. Ihre Fonds haben in Unity Biotechnology, Navitor Pharmaceuticals und andere alterungsfokussierte Biotechs investiert und über 1 Milliarde Dollar Folgeförderung generiert.

Joon Yun, Hedgefonds-Manager bei Palo Alto Investors, schuf den 1-Million-Dollar-Palo-Alto-Longevity-Preis und spendete 2 Millionen Dollar an die Longevity Grand Challenge der National Academy of Medicine. Sein medizinischer Hintergrund in der Radiologie kombiniert mit Finanzexpertise positioniert ihn als Schlüsselbrücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und „

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert