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Das Medienforum schliesst heute seine Pforten. Zeit, meine Eindrücke zu sammeln.

Die Sonn- und Montagsveranstaltungen habe ich dann direkt mal sausen lassen. Grosser Fehler, denn die Spannbreite wichtiger, aktueller Themen war gross. „Digital Entertainment“, content Verwertungsstrategien digitaler Mehrwerte oder rechtliche Aspekte der Regulierung digitaler Satellitenplatformen in den USA und Europa ergaben ein umfassendes Bild des Status Quo moderner Medienlandschaften. Nicht nur in Deutschland.

Der Dienstag stand ebenfalls unter einem digitalen Stern.
„Going digital – erfolgreiche Geschäftsmodelle für TV-Sender und Produzenten“ betonte die Bedeutung digitaler und darüber hinaus zunehmend interaktiver Inhalte im Fernsehen. So hat in Großbritannien das digitale TV bereits einen 80%igen Anteil am TV Markt, Deutschland liegt im Vergleich weit abgeschlagen dahinter. Natürlich kann dies auch seine Gründe im deutschen dualen System von Privat und Öffentlich-Rechtlich haben. Andererseits erscheint es mir auch so, dass die beinahe schon ängstliche Einstellung einiger Programmverantwortlicher ebenso Sand in das Entwicklungsgetriebe neuer Technologien streut, wie auch eine gewisse Risikoscheu. Sicher ist der Markt momentan stark umkämpft, sicher sind Ressourcen knapper als noch vor 10 Jahren, sicher muss sich Erfolg dadurch schnellstmöglich einstellen. Aber imho brauchen Projekte einfach auch etwas Zeit sich zu entwickeln, müssen Ideen neuer Formate getuned, Zuschauerreaktionen stärker als sonst beachtet und gepflegt werden. Der Zuschauer fühlt sich momentan verunsichert im besten Falle, oder gar ausgenutzt, wie es auf einem Dienstagsseminar ebenfalls von Programmverantwortlichen zur Sprache kam. Wer will denn wirklich ständig mit Telefonaktionen von Fernsehsendern zugeballert werden? Wieviel Interaktivität braucht ein Durchschnittsbürger, der/die nach der Arbeit einfach nur mal „abschalten“ möchte? Dass man durch die geschickte Kombination neuer Technologien und Inhalte jedoch auch in Zukunft wirtschaftlich gut da stehen kann, dem wollte niemand widersprechen. Der Zuschauer – das unbekannte Wesen.

Der Mittwoch ist dann heute langsam und beinahe schon lustlos vergangen. Hostessen gähnen an leeren Ständen, hier und da noch eine Krawatte, die sich Muffin-mampfend aus der Presselounge verdrückt, gut gemeinte Veranstaltungen über Computerspiele und Jugendarbeit mit überforderten Pädagogen. Daneben Jugendliche, die sich die letzte kostenlose „Ish“-Tasche vom Stand abgreifen. Alle packen um 15 Uhr zusammen, der Türsteher raucht seine Letzte für heute, es ist geschafft.

Das Medienforum 2004 ist vorbei – „Game Over

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