Bots und KI: Digitale Realität

Wir sehen einen Hund auf seinem Bürostuhl – vor ihm ein Computer. Daneben, unterhalb, sitzt ein weiterer Hund. Der Hund auf dem Bürostuhl sagt zu dem auf dem Boden sitzenden Hund:

“On the Internet, nobody knows you’re a dog”.

Der Cartoon-Klassiker, erschienen 1993 im New Yorker von Peter Steiner, ist aktueller denn je. Heute müsste dieser Cartoon ein wenig aktualisiert werden: „Im Internet weiß niemand, dass Du ein Bot bist.“ müsste es dann wohl heißen.

Mich hat das Thema schon seit Langem nicht mehr losgelassen – und nicht die Sache mit den Hunden oder dass man nicht weiß, wer da eigentlich am anderen Ende sitzt. Was wäre, fragte ich mich, wenn simulierte Menschen mit simulierten Menschen reden und die echten Menschen langsam aber sicher auf die Zuschauerplätze verwiesen würden? (Siehe dazu auch meinen Artikel: Wenn Bots mit Bots reden: Wohin verschwinden die Menschen?)

Und, ja, in der Tat: alles sieht danach aus, dass genau das gerade passieren könnte – angetrieben und deutlich beschleunigt durch künstliche Intelligenz.

Aktuelle Studien zeigen: Fast 50% des Internetverkehrs stammen inzwischen von Bots, ein Drittel davon sind „Bad Bots“ für Spam und Desinformation. Auch für gezielte Propaganda, wie pro-russische Kampagnen im Ukraine-Krieg, werden Bots eingesetzt. Experten wie der verstorbene Philosoph Daniel Dennett und Microsofts Chefwissenschaftler Eric Horvitz warnen eindringlich vor den Gefahren von KI für unsere Gesellschaft. „Counterfeit People“ und „Deepfakes“ könnten das Vertrauen massiv beschädigen und zu einer „post-epistemischen Welt“ führen, in der Fakt nicht mehr von Fiktion unterschieden werden kann.

Hört sich alles was düster an, ich weiß. Der nächste Newsletter wird wieder etwas leichtfüßiger – versprochen. Euer Feedback ist wie immer ein gern gesehener Gast.

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