Blick zurück voraus: Ethnizität im digitalen Zeitalter

Liebe Neugierige, Kreative, Entdecker*innen,

in diesem Newsletter möchte ich einmal etwas anderes versuchen. Ich möchte mit Euch einen Blick zurück in das Jahr 1996 werfen, um dann den Blick voraus ins „Jetzt“ zu lenken, ob und was sich heute verändert hat.

Ich war an der Uni, grün hinter den Ohren und derzeit total geflasht von diesem „Internet“. Das ging damals so weit, dass ich bei der Telekom anrief und allen Ernstes nachfragte, was denn eine Standleitung zum Uni-Rechenzentrum kosten würde. Die Dame am anderen Ende gab mir hörbar schmunzelnd die Zahlen durch – ich legte auf und atmete tief durch.

Ich schweife ab.

In dieser Zeit fing ich an, mich auch in meinen regelmäßig fälligen Hausarbeiten (wo möglich) immer häufiger mit dem Thema zu beschäftigen. Und was mir mit Aufkommen dieses neuen „Etwas“, David Bowie nannte es damals ja sogar eine „Alien Life Form„, also, was mir daran direkt ins Auge fiel, war das immense Potential des Internet für Partizipation – aller mit allen. So etwas MUSSTE doch die Menschen zusammen bringen! Die Weisheit der „Crowd“! Friede, Freude, Eierkuchen! Also, kurz gesagt, ich war felsenfest davon überzeugt:

Das Internet würde ganz sicher alle Menschen egal ob Schwarz oder Weiß an einem Tisch zusammenführen.

Entsprechend setzte ich eine Hausarbeit auf, die sich mit dem Thema „Race in Cyberspace? – A note on ethnicity in the digital age“ befasste.

Flashback zu heute

Das war vor 28 Jahren.

Es ist schon faszinierend zu sehen, wie sich unsere digitale Welt seitdem weiter entwickelt hat. Wie manche meiner damaligen Prognosen und Beobachtungen sich bewahrheitet haben, während andere von der Realität komplett überholt wurden. Manche Utopien wurden zu Dystopien. Anderes trat aus seinem Schatten und wurde komfortable Alltagsrealität. Mein damaliges Ich hätte heute gesagt, „Das ist Science Fiction!„.

Rückblick und Realitätscheck

Damals schrieb ich voller Optimismus über die Möglichkeiten, die das Internet für die Überwindung von Herausforderungen zwischen den unterschiedlichsten Ethnizitäten bieten könnte. Ich war überzeugt, dass die zunehmende Vernetzung zu breiteren Diskussionen über Ethnizität, Kultur und Zugehörigkeit führen würde. Heute sehen wir, dass diese Vorhersage teilweise eingetroffen ist, aber die Realität komplexer ist als ich es damals in meinem jugendlichen Leichtsinn (oder Ignoranz? Hochmut?) erwartet hatte.

Einerseits hat die digitale Vernetzung tatsächlich zu einem breiteren Diskurs geführt. Andererseits zeigen aktuelle Daten, dass immer noch erhebliche Ungleichheiten im Cyberspace existieren, insbesondere für ethnische Minderheiten. Das gilt für den Zugang zum Internet genau so wie zu Hard- und Software – zumindest in den USA, wie die Untersuchung „Race, Ethnicity, and Digital Equity“ des „Benton Institute for Broadband & Society“ die Studie von Freepress zitiert:

„Eine umfangreiche Studie von Free Press aus dem Jahr 2016 über die Auswirkungen rassistischer Diskriminierung auf die Nutzung von Heiminternet ergab, dass viele Gemeinschaften von ‚People of Color‘ selbst nach Berücksichtigung von Einkommensunterschieden immer noch benachteiligt wurden“

Immer noch ungleicher Zugang zu Informationen

In meiner Arbeit von 1996 ging ich davon aus, dass digitale Plattformen einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen schaffen würden. Die Realität im Jahr 2024 zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. Zwar haben wir enorme Fortschritte gemacht, aber es bestehen nach wie vor Unterschiede. Schaut man auf die heutige Medienlandschaft, die mittlerweile das Internet und dessen Plattformen wie selbstverständlich inkludiert, aj, vielleicht sogar DIE Standard-Kommunikationsform schlechthin ist, so sehen wir dort beispielsweise nur 23% der Top-Redakteure als „People of Color“. Dabei ist im Vergleich ihr tatsächlicher Anteil an der Gesamtbevölkerung deutlich höher.

Auswirkungen auf ethnische Minderheiten

Damals sah ich sowohl Chancen als auch Risiken für ethnische Minderheiten im digitalen Zeitalter. Diese Einschätzung hat sich als zutreffend erwiesen. Aber zugegeben, ein „Sowohl als auch“ liegt ja irgendwie immer richtig. Dennoch: einerseits haben digitale Medien neue Möglichkeiten zur Selbstdarstellung und Vernetzung geschaffen. Andererseits zeigen sich in der Arbeitswelt immer noch Repräsentationslücken, die zu Kompetenzdefiziten führen können. Beispielsweise im Bereich Cyber Security.

Fortschritte und Herausforderungen

Es ist daher ermutigend zu sehen, dass Initiativen wie das UK Cyber Security Council aktiv daran arbeiten, die Diversität in der Cybersicherheitsbranche zu erhöhen. Sie haben erkannt, dass umständliche Stellenausschreibungen, unklare Qualifikationsanforderungen und der Mangel an Vorbildern die größten Hindernisse für mehr Vielfalt in diesem Bereich darstellen.

Datenverbesserungen

Ein positiver Aspekt, den ich 1996 nicht vorhersehen konnte, ist die

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