KI-Logbuch
Inspiration, Entdeckungen, Anwendungen
Quantensprung in die Zukunft: sind wir bereit für das, was kommt?
Created on 2024-12-10 21:18
Published on 2024-12-11 05:00
Liebe Neugierige, Kreative, Entdecker*innen,
vergangenen Montag, 9. Dezember veröffentlichte Google auf seinem Blog die neuesten Entwicklungen ihres Quantenchips „Willow“. Und was da so eher unter dem Radar veröffentlicht wurde sollte eigentlich jede*n aufhorchen lassen. Warum ich das denke, dazu später. Eines ist für mich jedoch sicher: wir stehen nicht nur kurz vor- sondern bereits an der Schwelle zu einer, ich mag sowas eigentlich nicht so reißerisch schreiben, aber, ja, ist in der Tat vor einer technologischen Revolution. Die jetzt schon ins dritte Jahr gehende exponentielle Entwicklung künstlicher (generativer) Intelligenz jetzt gepaart mit Quantencomputing verspricht eine Zukunft, die wir uns heute vielleicht noch nicht wirklich vorstellen können. Vielleicht auch, weil wir die Dimensionen, in denen Quantenrechner arbeiten, gar nicht wirklich erfassen können. Ein Beispiel: Willow war in einem von Google angelegten Test in der Lage, eine Benchmark-Rechenaufgabe in weniger als fünf Minuten zu lösen, für die Frontier, der schnellste Supercomputer der Welt, etwa 10 Quadrillionen Jahre benötigt hätte. Diese bemerkenswerte Leistung verdeutlicht die exponentielle Leistung der Quanteninformatik gegenüber klassischen Systemen. Der Leistungsdurchbruch des Chips wird auf die Verwendung von Qubits zurückgeführt, die gleichzeitig „0“ und „1“ darstellen können, was exponentiell schnellere Berechnungen als bei herkömmlichen binären Systemen ermöglicht.
Besonders spannend ist jetzt die Verbindung der beiden Schlüsseltechnologien (gen)KI und Quantenrechner, die zu einem völlig neuen Forschungsgebiet geführt hat: dem Quanten-Maschinellen Lernen (QML).
Ich habe im KI-Logbuch ja schon bereits viel über die rasanten Fortschritte bei generativer KI berichtet, aber kombiniert mit Quantentechnologien könnte hier etwas (unheimlich) Großes entstehen. Die jüngsten Entwicklungen im Quantencomputing versprechen, diese Entwicklung noch weiter zu beschleunigen. Nur wohin führt das? Wohin wollen wir, dass es uns führt? Inwiefern können wir hier Einfluß nehmen? Werden wir letzten Endes mit den Maschinen verschmelzen wie es Futurist Ray Kurzweil prognostiziert?
„Wenn Sie im Jahr 2035 mit einem Menschen sprechen, sprechen Sie mit jemandem, der eine Kombination aus biologischer und nicht-biologischer Intelligenz ist.“
Doch sind wir wirklich bereit für diese Verschmelzung? Lasst uns einen Blick auf die neuesten Durchbrüche werfen und gemeinsam in die Zukunft blicken. Wo stehen wir denn jetzt tatsächlich – ohne viel SciFi-Träumerei?
Google’s Willow
Oben kurz erwähnt aber wichtig und Wiederholung penetriert Botschaften. Daher hier nochmals: Google hat mit seinem neuesten Quantenchip „Willow“ einen bemerkenswerten Durchbruch erzielt. Mit 105 supraleitenden Qubits ausgestattet, ist Willow in der Lage, Rechenfehler effektiv zu korrigieren – ein Problem, das Quantencomputer bisher plagten. Die Qubits von Willow halten Superpositionen fünfmal länger aufrecht als beim Vorgänger Sycamore, was sie stabil genug macht, um effektive Fehlerkorrektur durchzuführen.
Die Konvergenz von KI und Quantencomputing
Der Vielfalt an entsprechenden Studien nach zu urteilen, ist die Verschmelzung von (generativer)KI und Quantencomputing eine unausweichliche Notwendigkeit. Aber schon vor gut einem Jahr war bereits klar, dass Quantencomputer die Rechengrundlage für zukünftige KI-Systeme bilden könnten, indem sie Workloads auf verschiedene Rechenarchitekturen verteilen, einschließlich Quantenverarbeitungseinheiten.
Auch auf die Gefahr hin, dass unsere Zukunft zumindest teilweise in den Händen der von uns entwickelten KI Technologie liegen könnte, so könnte eben genau diese Konvergenz andererseits schon bald zu bahnbrechenden Fortschritten in den verschiedensten Bereichen führen. In der Medizin könnten KI-Systeme, die auf Quantencomputern laufen, genetische Daten in beispielloser Geschwindigkeit analysieren und personalisierte Therapien entwickeln. In der Klimaforschung könnten wir endlich in der Lage sein, globale Echtzeit-Klimamodelle zu erstellen, die uns helfen, die Auswirkungen des Klimawandels besser zu verstehen und abzumildern. Google war mit seinem NeuralGCM Modell auch in diesem Fall letzten Sommer ebenfalls schon ziemlich weit vorne.
Die Herausforderungen einer post-singulären Welt
Während die Aussichten auf technologische Durchbrüche aufregend sind, stehen wir hier aber auch neuen „Herausforderungen“ gegenüber. Freundlich formuliert. Hier gilt es bei aller Begeisterung auch jede Menge potenzielle Risiken und Herausforderungen zu berücksichtigen. Die Entwicklung einer superintelligenten KI, die durch Quantencomputing angetrieben wird, könnte zu einem Kontrollverlust führen. Schon jetzt zeigte das aktuellste LLM von OpenAI Züge, die menschlichen Täuschungsversuchen recht nahe kommen. Wie stellen wir sicher, dass diese Technologien auch im Zeitalter des Quantencomputing weiterhin zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden?
Zudem stehen wir schon jetzt, ganz ohne die Hyperbeschleunigung von KI durch Quantenrechner, vor der Herausforderung, uns an eine Welt anpassen zu müssen, in der zunehmend Automatisierung und KI traditionelle Arbeit überflüssig machen könnten. Wie bereiten wir uns, unsere Kultur, Gesellschaft, Religionen und Wirtschaft auf diese Post-singuläre Welt vor?
Wusstest Du, dass…?
…laut der Studie „KI: The Next Level – Die transformative Wucht des Megatrends ‚Künstliche Intelligenz‘“ der Zeitpunkt des Erreichens einer möglichen „Singularität“, also einer dem menschlichen Verstand in allen Punkten überlegenen „Artificial General Intelligence“ (AGI), immer näher rückt? Experten diskutieren kontrovers darüber, ob und wann dieser Punkt erreicht wird und welche Konsequenzen dies für die Menschheit haben könnte. Ich hatte zu dem Thema bereits Anfang 2024 mit der „Situational Awareness“ von Leonard Aschenbrenner einen eigenen Artikel zu geschrieben.
Tipps und Tricks für eine Welt im Wandel
1. Bleibe informiert: Verfolge die neuesten Entwicklungen in KI und Quantencomputing.
2. Entwickle deine Soft Skills: Kreativität und emotionale Intelligenz werden in einer automatisierten Welt noch wichtiger.
3. Lerne lebenslanges Lernen: Sei bereit, dich kontinuierlich weiterzubilden und anzupassen.
4. Reflektiere ethische Fragen: Denke darüber nach, wie wir Technologie verantwortungsvoll einsetzen können und sollten.
5. Fördere interdisziplinäres Denken: Die Zukunft erfordert die Verbindung verschiedener Wissensgebiete.
Top-Links
3. 10 Free Resources For Quantum Computing
Wir (müssen) entscheiden
„Erfolgreiches Schaffen einer effektiven künstlichen Intelligenz könnte das größte Ereignis in der Geschichte unserer Zivilisation sein. Oder das Schlimmste.“
Stephen Hawking war sicher nicht der größte Unterstützer von KI. Ich hätte ihm wohl gesagt, dass es an jede*r einzelnen von uns liegt, welche Zukunft wir möchten. Dafür müssen wir uns zuerst einmal wieder trauen zu träumen. Wer Visionen hat, sollte nicht zum Arzt, sondern ganz schnell Menschen bewegen, mitnehmen und motivieren für seine Vision von einer Zukunft. Denn WIE diese aussieht entscheiden wir, wir alle, die Menschen. Wenn wir es denn davor erst einmal schaffen, uns wieder zu finden, einander wirklich zu „sehen“ – denn momentan hören wir den Nachbarn nicht mehr, so eingepfercht in unsere „Bubbles“ sind wir.
Die Konvergenz von KI und Quantencomputing verspricht eine Zukunft voller Möglichkeiten, aber auch voller Herausforderungen. Es liegt an uns, diese Technologien so zu lenken, dass sie zum Wohle aller eingesetzt werden. Wir müssen offen für Veränderungen sein, kritisch hinterfragen und gleichzeitig die Chancen ergreifen, die sich uns bieten. Und träumen, verdammt noch mal! Nicht verwechseln mit schlafen – sondern visualisieren, (Tag)träumen, auf Ideen kommen, Umsetzen!
Ich bin gespannt auf eure Gedanken und Visionen zu diesem Thema. Wo seht Ihr uns in 5 Jahren? Wie seht ihr die Zukunft mit KI und Quantencomputing? Teilt eure Ideen in den Kommentaren und lasst uns gemeinsam die Zukunft gestalten!
Danke, dass ihr auch diese Woche wieder dabei wart. Bleibt neugierig, kreativ und entdeckungsfreudig!
Euer Arno
Quantum leap into the future: are we ready for what’s coming?
Dear curious, creative, explorers,
Last Monday, December 9, Google published the latest developments of its quantum chip “Willow” on its blog. And what was published under the radar should actually make everyone sit up and take notice. I’ll explain why I think that later. However, one thing is certain for me: we are not just on the verge of a technological revolution, I don’t really like to write this in such lurid terms, but, yes, we are indeed on the verge of a technological revolution. The exponential development of artificial (generative) intelligence, which is now entering its third year, coupled with quantum computing, promises a future that we perhaps cannot really imagine today. Perhaps also because we cannot really grasp the dimensions in which quantum computers work. One example: In a test set up by Google, Willow was able to solve a benchmark computing task in less than five minutes that would have taken Frontier, the world’s fastest supercomputer, around 10 quadrillion years. This remarkable achievement illustrates the exponential performance of quantum computing compared to classical systems. The chip’s performance breakthrough is attributed to the use of qubits that can simultaneously represent “0” and “1”, enabling exponentially faster calculations than conventional binary systems.
What is particularly exciting now is the combination of the two key technologies of (gene) AI and quantum computing, which has led to a completely new field of research: quantum machine learning (QML).
I’ve already reported a lot about the rapid advances in generative AI in the AI logbook, but combined with quantum technologies, something (incredibly) big could emerge here. The latest developments in quantum computing promise to accelerate this development even further. But where will this lead? Where do we want it to take us? To what extent can we influence this? Will we ultimately merge with the machines as futurist Ray Kurzweil predicts?
“When you talk to a human in 2035, you are talking to someone who is a combination of biological and non-biological intelligence.”
But are we really ready for this fusion? Let’s take a look at the latest breakthroughs and look to the future together. Where do we actually stand now – without a lot of sci-fi dreaming.
Google’s Willow
Google has achieved a remarkable breakthrough with its latest quantum chip „Willow“. Equipped with 105 superconducting qubits, Willow is able to effectively correct calculation errors – a problem that previously plagued quantum computers. Willow’s qubits maintain superpositions five times longer than its predecessor Sycamore, making them stable enough to perform effective error correction.
The convergence of AI and quantum computing
Judging by the variety of relevant studies, the convergence of (generative) AI and quantum computing is an inevitability. But it was already clear just over a year ago that quantum computers could form the computational basis for future AI systems by distributing workloads across different computing architectures, including quantum processing units.
At the risk of leaving our future at least partly in the hands of the AI technology we are developing, this very convergence could, on the other hand, soon lead to groundbreaking advances in a wide range of fields. In medicine, AI systems running on quantum computers could analyse genetic data at unprecedented speed and develop personalized therapies. In climate research, we may finally be able to create real-time global climate models to help us better understand and mitigate the effects of climate change. Google was also pretty far ahead in this case last summer with its NeuralGCM model.
The challenges of a post-singular world
While the prospects for technological breakthroughs are exciting, we also face new „challenges“ here. To put it kindly. For all the excitement, there are plenty of potential risks and challenges to consider. The development of super-intelligent AI powered by quantum computing could lead to a loss of control. Already, the latest LLM from OpenAI has shown traits that come quite close to human attempts at deception. How do we ensure that these technologies continue to be used for the benefit of humanity in the age of quantum computing?
Moreover, even without the hyper-acceleration of AI through quantum computing, we are already facing the challenge of adapting to a world in which automation and AI could increasingly make traditional labor obsolete. How do we prepare ourselves, our culture, society, religions and economy for this post-singular world?
Did you know that…?
…according to the study „AI: The Next Level – The Transformative Power of the Megatrend ‚Artificial Intelligence‘„, the time of reaching a possible „singularity“, i.e. an „Artificial General Intelligence“ (AGI) that is superior to the human mind in all respects, is drawing ever closer? Experts are debating controversially whether and when this point will be reached and what consequences this could have for humanity. I had already written my own article on this topic at the beginning of 2024 commenting on Leonard Aschenbrenner’s „Situational Awareness“.
Tips and tricks for a changing world
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stay informed: Follow the latest developments in AI and quantum computing.
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develop your soft skills: creativity and emotional intelligence will become even more important in an automated world
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learn lifelong learning: be ready to continuously educate and adapt
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reflect on ethical issues: think about how we can and should use technology responsibly.
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promote interdisciplinary thinking: the future requires the combination of different fields of knowledge.
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3. 10 Free Resources For Quantum Computing
We (must) decide
„Successful creation of effective artificial intelligence could be the greatest event in the history of our civilization. Or the worst.“
looking at his quote above Stephen Hawking might not haven been the most outspoken proponent of AI.
I probably would probably have told him that the future we want is up to each and every one of us. But first we have to dare to dream again. If you have visions, you shouldn’t go to the doctor, you should focus on people very quickly, take them with you and motivate them for your vision of the future. Because HOW it looks, is up to us, all of us, the people. If we first manage to find each other again, to really „see“ each other – because at the moment we can no longer hear our neighbors, we are so crammed into our „bubbles“.
The convergence of AI and quantum computing promises a future full of opportunities, but also full of challenges. It is up to us to steer these technologies so that they are used for the benefit of all. We must be open to change, question critically and at the same time seize the opportunities that present themselves. And dream, damn it! Not to be confused with sleeping – but visualizing, (day)dreaming, coming up with ideas, implementing!
I look forward to hearing your thoughts and visions on this topic. Where do you see us in, let’s say, 5 years from now? How do you see the future with AI and quantum computing in 2030? Share your ideas in the comments and let’s shape the future we want – together!
Thank you for joining us again this week. Stay curious, creative and eager to discover!
Your Arno