Demokratie am Scheideweg: Warum die nächsten Jahre über unsere digitale Zukunft entscheiden



Demokratie am Scheideweg: Warum die nächsten Jahre über unsere digitale Zukunft entscheiden



KI-Logbuch

Inspiration, Entdeckungen, Anwendungen

Demokratie am Scheideweg: Warum die nächsten Jahre über unsere digitale Zukunft entscheiden

Created on 2025-01-26 20:12

Published on 2025-01-29 05:00

–>> Du bist unterwegs und kannst das KI-Logbuch gerade nicht lesen? Klicke hier, um die KI-generierte Version dieses Newsletters als Podcast zu hören – (auf Deutsch immer noch etwas „schräg“ aber informativ) <<–

Prolog

Manche von uns kommen aus dem Kopfschütteln dieser Tage ja gar nicht mehr raus. Die Welt scheint sich an einem entscheidenden Wendepunkt zu befinden. Die Kräfte von politischer Macht, technologischer Entwicklung und ökonomischen Interessen wirken untrennbar miteinander verwoben. Ich habe mich da gefragt, wie denn diese unsere Welt dann nach der gerade begonnenen Amtszeit des neuen Präsidenten wohl aussehen könnte, global und in den Bereichen Umwelt, Technologie, Sicherheit, politische Stabilität, Geopolitik und natürlich auch welche Rolle KI dabei spielen wird. Ich startete mit Perplexity und promptete:

Looking at his previous term as president of the USA, give us a hypothetical perspective on where we’ll be in 2030 with President Trump globally. What kind of world will we be living in? Extend from what has been and what we currently have.

Ich verifizierte die Quellen der darauf folgenden Antworten, erweiterte auf „Best Case“ und „Worst Case“ Szenarien bis ich schließlich auf Lösungsansätze zu sprechen kam. Mir war wichtig: wie können wir die Worst Case Szenarien möglichst unwahrscheinlich halten und die Best Case Szenarien fördern? Hier schon mal ein Spoiler (lest trotzdem weiter, es lohnt sich!):

Es liegt an UNS das Ruder herum zu reißen – an jedem*r Einzelnen. Kein Boardroom, kein Oval Office, kein Vatikan. Wir, jedes einzelne Individuum, programmieren jeden Tag mit jedem Klick, jedem Like, jedem Weiterleiten von Informationen die Welt in der wir morgen leben werden. Und je mehr wir darüber bescheid wissen, was wir da gerade eigentlich tun, je größer unsere digitale Verantwortung empfunden und wahrgenommen wird, desto mehr wird sich letzten Endes ein Worst Case- in ein Best Case Szenario verwandeln.


Blick nach vorn

Der Ausblick auf das Jahr 2030 offenbart verheißungsvolle Chancen aber auch alarmierende Risiken. So verläuft die globale Entwicklung unter dem wachsenden Einfluss von inflationären Schwankungen, protektionistischen Maßnahmen und einer generellen Unsicherheit auf den Finanzmärkten, die laut neuesten Prognosen in den kommenden Jahren weiter steigen könnte.

Quelle: OECD Economic Outlook (Mai 2024)

Gleichzeitig geraten traditionelle Machtstrukturen in Bewegung: Alte Bündnisse werden hinterfragt, teils brüchig, und neue Allianzen entstehen oft aus nationalem Eigeninteresse, was zu einer tiefgreifenden Neuausrichtung der Geopolitik führt. Inmitten dieses Umbruchs wird immer deutlicher, dass das Ringen zwischen demokratischen Werten und autoritären Strömungen zunehmend digitale Schauplätze erreicht und somit soziale Diskurse, Wirtschaftsstrukturen und politische Entscheidungsprozesse gleichermaßen durch ihren Feedback Charakter und die sozialen Echokammern neu definiert. Die eigentliche Frage lautet daher:

Steuern wir auf eine Ära digital-gestützter Teilhabe zu oder droht eine Epoche, in der Technologie zur Verstärkung autoritärer Kontrollmechanismen genutzt werden wird?

Die zweite Amtszeit von Donald Trump wird mit einer möglichen Eskalation von Zöllen und protektionistischen Maßnahmen in Verbindung gebracht. Dies könnte zu erheblichen Störungen in globalen Lieferketten und Handelsbeziehungen führen: verschärfter internationaler Wettbewerb und vehementer Druck auf globale Lieferketten. Infrastrukturprojekte im Bereich digitaler Netzwerke sowie moderne Plattformen für Bürgerbeteiligung könnten hier jedoch ein potenzielles Gegengewicht darstellen, das die Gesellschaft aktiver in die Lage versetzt, mitzugestalten, anstatt nur passiv zuzusehen. Doch der Grat zwischen einer offenen, demokratischen Zukunft und einer zunehmend überwachten Welt könnte schmaler sein, als vielen bewusst ist. Aber worüber sprechen wir eigentlich?


Globale Perspektive: alles wird anders

Die internationale Ordnung scheint sich aktuell schneller zu verändern, als Code Updates auf Amazon. Während die USA und China um technologische und wirtschaftliche Vormachtstellungen ringen, fordern neue regionale Mächte geopolitisch ihren Platz ein. Laut aktuellen Prognosen könnte das globale Wirtschaftswachstum insbesondere in Europa hinter den Erwartungen zurückbleiben. In den USA wird derweil eine etwas robustere Entwicklung erwartet, was das Ungleichgewicht zwischen beiden Regionen weiter verstärken dürfte. Zudem zeichnet sich ab, dass Protektionismus als wirtschaftspolitisches Instrument zunimmt; Experten rechnen aktuell damit, dass dadurch Trumps Zölle die globalen Handelswerte bis 2030 um mehr als 7% im Vergleich Prognosen vor seiner Wahl reduzieren würden.

We expect Trump’s tariffs will reduce global trade values by more than 7% by 2030 compared to our pre-election forecasts.

Europa ringt in diesem Zuge um eine eigenständige Position, geprägt von den Bemühungen, im Wettlauf um KI-Kompetenzen und in Sachen Sicherheitspolitik handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig schüren Zuwanderungen bedingt durch humanitäre Krisen – beispielsweise infolge von Konflikten im Nahen Osten – aber auch wirtschaftliche Schwierigkeiten den wachsenden Populismus und stellen Regierungen vor die Herausforderung, gleichzeitig Empathie und Handlungsstärke zu bewahren. Angesichts dieser Mehrfach-Herausforderungen mehren sich Stimmen, die eine grundlegend neue globale Governance-Struktur fordern. Schon heute diskutieren Experten über Ansätze, die den Einfluss rasant wachsender Volkswirtschaften stärker berücksichtigen und dennoch demokratischen Prinzipien treu bleiben sollen. In diesem Spannungsfeld entsteht eine Welt, in der Entscheidungen in Berlin, Washington oder Peking weit über nationale Grenzen hinauswirken, während kleinere Länder und Gemeinschaften um ihr Mitspracherecht kämpfen. Wichtige Handelsabkommen oder Klimaabsprachen stehen daher nicht nur auf dem Prüfstand – sie werden zum Schauplatz der Frage, wie viel Kooperation überhaupt noch möglich ist, wenn sich große Akteure zunehmend auf ihre eigenen ökonomischen Interessen konzentrieren.

Gleichzeitig und auf paradoxe Weise eröffnet die voranschreitende Fragmentierung auch Raum für regionale Bündnisse, die neue Formen der Zusammenarbeit experimentell austesten. Multinationale Unternehmen sehen sich dabei in doppelter Pflicht: einerseits müssen sie ihre Geschäftsmodelle gegen geopolitische Risiken absichern, andererseits wird von ihnen erwartet, dass sie Verantwortung übernehmen – ob in Bezug auf sicheren Datenaustausch oder in puncto Nachhaltigkeit. Schon heute haben ein Großteil der Firmen damit begonnen, ihre Lieferketten drastisch zu diversifizieren, um geopolitischen Unsicherheiten zu begegnen. So entsteht eine Welt, in der Vielfalt und Dezentralisierung zwar bewusster angestrebt werden, die jedoch auch das Risiko birgt, dass globale Lösungen durch Konkurrenzkämpfe zwischen verschiedenen Lagern blockiert werden. Der Globus mag auf den ersten Blick kleiner zusammenrücken, doch zugleich wachsen die Mauern in den Köpfen und Grenzen in den Handelsbilanzen. Technologie spielt dabei eine entscheidende Rolle.


Technologie: eine ambivalente Rolle

Technologische Innovationen bergen immer auch das Potenzial, demokratische Teilhabe drastisch zu verändern – so oder so. Fortschrittliche KI-Systeme ermöglichen es den Menschen bereits heute, sich das Wissen über politische Prozesse leichter zu erschließen oder sich bei Wahlen gründlicher zu informieren. Open-Government-Plattformen wie Consul oder Online-Beteiligungswerkzeuge ermöglichen es den Akteuren, Bürgerinnen und Bürger direkt in kommunale Planungen mit einzubinden. In einem idealen Szenario verstärkt Digitalisierung so den gesellschaftlichen Zusammenhalt und führt zu einer „Super-Kollaborativen Regierung“, in der Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft eng zusammenarbeiten, um Lösungen für soziale und wirtschaftliche Herausforderungen zu finden.

Allerdings lässt sich die Kehrseite nicht leugnen: Entsteht eine Welt, in der es einer Handvoll Tech-Giganten gelingt, entscheidende Datenströme zu kontrollieren, steht die liberale Demokratie selbst auf dem Spiel. Eine „Private Algokratie“ würde bedeuten, dass große Konzerne enorme Macht über öffentliche Diskurse und politische Entscheidungsprozesse gewinnen, etwa indem sie den Zugang zu Informationen steuern oder Algorithmen zum Vorteil eigener Konzerninteressen einsetzen. Dabei steigen die Risiken durch Desinformation: Schon heute können wir beobachten, wie KI für Deepfakes immer erfolgreicher eingesetzt werden kann, was letztlich das Vertrauen in verlässliche Quellen untergräbt. Hinzu kommen potenzielle Überwachungsstrukturen, die zwar offiziell der Sicherheit dienen, gleichzeitig aber umfassende Datensammlungen ermöglichen, die in weniger demokratischen Systemen schnell zu einem Instrument direkter Kontrolle werden. Aktuelle Bedrohungsanalysen gehen davon aus, dass allein im Jahr 2024 mehrere tausend großangelegte Cyberattacken auf kritische Infrastrukturen stattfanden, ein Trend, der sich im kommenden Jahr verstärken dürfte. Die Deutsche Telekom gibt uns hier übrigens über den Sicherheitstacho einen guten Einblick in die Natur solcher Attacken. KI wird die Entwicklungen der Bedrohungsszenarien ncoh einmal beschleunigen. Eine aktuelle Studie der UC Berkeley vom Januar 2025 bestätigt, dass sich KI-gestützte Cyberkriminalität von theoretischen Bedenken zu einem konkreten Bedrohungszenario entwickelt hat. Die Forschung zeigt, dass sich Cyberkriminalität aktuell weiter ausbreitet, mit zunehmenden Tech-Support-Betrug, Anlagebetrug und FOMO-getriebenen Betrugsmaschen, wobei sowohl die Häufigkeit als auch die finanziellen Auswirkungen dieser Verbrechen deutlich zunehmen.

Quelle: der „Sicherheitstacho“ der Deutsche Telekom.

Zwischen technologischem Fortschritt und digitaler Überwachung verläuft eine oftmals unsichtbare, aber brandgefährliche Grenze.


Das Spannungsfeld zwischen Demokratie und Technologie-Autokratie

Die Frage, wie politische Systeme und digitale Sphäre miteinander interagieren, wird immer mehr zum entscheidenden Faktor gesellschaftlicher Stabilität. Im besten Falle treiben technologische Fortschritte die Demokratisierung der Gesellschaften voran: Bürgerinnen und Bürger bilden digitale Foren, organisieren Bürgerhaushalte oder wirken aktiv an Gesetzgebungsverfahren mit. Besonders die kommunale und regionale Ebene können so zu Experimentierfeldern werden, indem sie digitale Werkzeuge nutzen, um Resilienz gegen Populismus oder Extremismus aufzubauen. Erste Pilotprojekte zeigen bereits, wie „Bürgerhaushalte 2.0“ mithilfe von KI die Prioritäten der Bevölkerung auswerten und in konkrete Budgetvorschläge überführen können, was das Vertrauen in politische Institutionen erhöhen könnte. Das ist übrigens auch für Europa zwar eine „Herausforderung, aber machbar„. Sieht also alles gut aus? Naja…

In einem ungünstigen Szenario könnten sich nämlich politische Systeme unter dem Druck sozialer Medien fragmentieren – auseinander reißen. Algorithmen erzeugen Echokammern, in denen sich Ressentiments verstärken, während ausgewogene Debatten immer seltener stattfinden. Viele Gesellschaften könnten derart tief gespalten sein, dass Regierungen Mühe haben, Mehrheiten für dringend benötigte Reformen zu finden. Aktuell können wir leider genau diese Entwicklung an allen Ecken und Kanten live miterleben. In der Folge steigt das Risiko sozialer Unruhen, da sich weite Teile der Bevölkerung von staatlichen Organen nicht mehr repräsentiert fühlen. In diesem Kontext werden auch digitale Abstimmungsverfahren angreifbar, denn Sicherheitslücken oder Manipulationsversuche könnten Bürger misstrauisch stimmen und zu einer Legitimationskrise politischer Prozesse führen. Studien gehen davon aus, dass die Zahl polarisierender Online-Kampagnen sowie koordinierter Desinformationsversuche im Vorfeld wichtiger Wahlen deutlich zunehmen wird. Ein gefährliches Vakuum zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und institutionellen Reaktionsmöglichkeiten könnte die politische Landschaft prägen. Damit stellt sich eine alte, aber heute dringliche Frage:

Wie gelingt es uns, unter digitalen Bedingungen Vertrauen in demokratische Institutionen zu erhalten und gleichzeitig die Meinungsvielfalt zu wahren?


Aus dem Kreislauf ausbrechen: individuelle Handlungsfähigkeit

Angesichts des Phänomens, dass Politik und Wirtschaft zunehmend von Partikularinteressen geleitet werden, gerät das Handeln des Einzelnen stärker in den Fokus. Denn jede und jeder von uns hat die Möglichkeit, den Lauf der Dinge aktiv mitzugestalten statt bloß zuzuschauen. Wer beispielsweise seine digitale Kompetenz verbessert, kann bessere Entscheidungen im Netz treffen, sei es bei der Informationsbeschaffung, dem Schutz eigener Daten oder dem Hinterfragen manipulativer Inhalte. Durch ein kritisches Bewusstsein für Desinformationskampagnen lassen sich zudem falsche Narrative schneller entlarven – das erfordert aber, sich intensiv mit digitalen Werkzeugen und Recherchestrategien auseinanderzusetzen. Ich sage hier immer in meinen Vorträgen:

Wir alle müssen kleine Journalisten werden. Jede Quelle, jede Behauptung sollte nicht direkt als falsch oder richtig bewertet werden, sondern mindestens durch 3 weitere Primärquellen gestützt oder widerlegt werden. Erst dann sollten wir den „Senden“ Button klicken.

Darüber hinaus sollte demokratische Partizipation nicht nur in Wahllokalen enden. Neue Civic-Tech-Plattformen (oben bereits genannt und verlinkt) bieten lokalen Gemeinschaften die Chance, eigene Projekte zu starten, Petitionen einzureichen oder Strategien für mehr Nachhaltigkeit zu entwerfen. So könnten Bürger nicht nur fordern, sondern selbst entwickeln, beispielsweise in Energiegenossenschaften oder Bildungsinitiativen. Und wenn es ein Tool heute noch nicht gibt, wird es sicher jemanden geben, der aus einer guten Idee etwas noch größeres programmieren kann. Untersuchungen deuten an, dass ab 2025 immer mehr Kommunen in Europa mit Bürgerhaushalten, Jugendräten und digitalen Beteiligungsformaten experimentieren möchten, um ihrer Bevölkerung eine aktivere Rolle zu ermöglichen. Hinzu kommt der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Kommunikationskanälen: wer Informationen sorgfältig prüft, bevor er sie teilt und wer sich auf konstruktiven Dialog anstelle von Beleidigungen oder destruktiven Kommentaren einlässt, leistet einen Beitrag zu einer vitaleren Debattenkultur. Eine Bertelsmann Studie aus 2021 zeigte, dass Bürger*innen digitale Teilhabe als hilfreich empfanden. Digitale Bürgerdialoge, zum Beispiel über Videokonferenzen, bieten Raum für die Vermittlung von Informationen und für den persönlichen Austausch, für Feedback und für Verbesserungsideen.

Insgesamt gab es überwiegend positives Feedback von allen Seiten. In einer Abschlussbefragung über alle Pilotkommunen hinweg bewerteten über 90 Prozent der Bürger:innen das neue Format mit gut bis sehr gut.

So entsteht ein Gefüge, in dem Einzelne und Gemeinschaften das Netz nicht nur als Konsumenten, sondern als Mitgestaltende nutzen können.


Der Weg nach vorne

Nichts ist vorbestimmt – die Entwicklung Richtung 2030 wird wie oben beschrieben sowohl durch übergeordnete, geopolitische Faktoren geprägt aber eben auch durch all‘ die kleinen, alltäglichen Entscheidungen von uns allen. Meine Oma sagte immer, Politik mache man dort, wo man das Portemonnaie aufmache. Die globalen Herausforderungen scheinen indes gewaltig: steigende Folgen des Klimawandels, drohende Handelskonflikte oder die Zukunft der Arbeit unter dem Einfluss künstlicher Intelligenz. Laut einer aktuellen Vorhersage des IMF werden rund 3,3 Prozent weltweites Wachstum für das Jahr 2025 erwartet, jedoch schwanken diese Prognosen in Abhängigkeit von Konflikten und geopolitischen Spannungen. Entscheidend ist jedoch, ob genügend Menschen sich dafür entscheiden, dieses Spannungsfeld im Sinne einer offenen Gesellschaft zu nutzen. Individuelles Handeln – vom Verfassen einer fundierten Stellungnahme in einer Diskussion bis hin zur Unterstützung gemeinnütziger Organisationen, die digitale Grundrechte verteidigen – kann die Richtung des Ganzen manchmal unerwartet und maßgeblich beeinflussen.

Für ein Hoffnungs-Szenario benötigt es aber mehr als den Einsatz Einzelner: neben Investitionen in Infrastruktur und Bildung muss eine internationale Zusammenarbeit zustande kommen, die von Vertrauen und gemeinsamen Standards geprägt ist. Andernfalls bleiben ambitionierte Vorhaben wie eine gerechte Regelung des globalen Daten- und Technologieaustauschs wirkungslos. Obwohl sich die politische Großwetterlage aktuell eher in Richtung nationale Interessen verschiebt, bestehen zahlreiche Foren, die auf neue Impulse warten und die globale Zivilgesellschaft aktiv einbinden könnten. Langfristig werden wir uns die Frage stellen müssen, ob wir wirklich alle an einem Strang ziehen, um digitale Autokratien zu verhindern oder ob wir uns von der Faszination neuer Technologien blenden lassen, ohne ihre Missbrauchspotenziale ernst zu nehmen. Jede*r Einzelne hat es in der Hand, digitale Verantwortung zu zeigen, sich in demokratischen Prozessen einzubringen und damit den Weg nach 2030 in Richtung Offenheit, Innovation und Zusammenhalt zu lenken. Denn ob wir in ein neues goldenes Zeitalter der Teilhabe aufbrechen oder in die Falle kurzerhand akzeptierter Überwachungssysteme tappen, liegt zu einem erheblichen Teil in unseren Händen. Gerade in Zeiten rasanter technologischer Umbrüche könnte kollektives Engagement die entscheidende Wende bedeuten. Und dabei bitte nicht den Blick auf die „Global Player“ verlieren!


Es ist kompliziert: die US-China Beziehung

Ein entscheidendes Moment für die kommenden Jahre wird die Frage sein, wie sich das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und China weiterentwickelt. Bereits heute sind neue Export- und Investitionsbeschränkungen für fortschrittliche Halbleitertechnologien in Kraft, die zwar in Washington als legitimer Schutz der nationalen Sicherheit begründet werden, in Peking aber als Versuch gewertet werden, Chinas ökonomischen Aufstieg zu bremsen. Das 1910 gegründete „Carnegie Endowment for International Peace (CEIP)“ hat dazu eine tiefgehende Studie veröffentlicht. In der Praxis dürften solche Restriktionen zwar dazu führen, dass China mehr Ressourcen in die Entwicklung eigener Schlüsseltechnologien investiert, eine schnelle Entkopplung ganzer Branchen ist aber angesichts global verteilter Lieferketten nahezu ausgeschlossen. Hinzu kommen Versuche, wissenschaftliche Kooperationen in einem geregelten Rahmen zu halten: das kürzlich verlängerte bilaterale Abkommen über Wissenschaft und Technologie soll einerseits Innovation fördern, andererseits aber militärische Verwendungen begrenzen. Damit entsteht eine komplizierte Balance, in der China und die USA teils miteinander, teils gegeneinander arbeiten – eine Konstellation, die sich durch häufig wechselnde Prioritäten in der US-Politik weiter zuspitzen könnte.

Andererseits ist es denkbar, dass sich mit der Zeit eine neue „Normalität“ einstellt: China strebt unverändert nach technischer und wirtschaftlicher Autarkie, während die USA einen gewissen Technologievorsprung wahren wollen, aber nur bedingt in der Lage sind, China vollständig den Zugang zu Know-how zu verwehren. Oder wie es in der oben erwähnten Studie des „Carnegie Endowment for International Peace“ heißt:

Frictions over sharing technology also could diminish as time passes and the United States and China settle into a new normal in which both sides accept that technology limitations are natural.

Für Unternehmen und Regierungen weltweit hat so eine Entwicklung Konsequenzen. Man muss umlernen und anfangen in einer Welt zu agieren, in der politische Beziehungen von pragmatischen Kompromissen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten ebenso geprägt sind wie von machtpolitischen Rivalitäten. Auch Europa versucht, in dieser Rivalität eine eigenständige Rolle zu bewahren und hat bereits zusätzliche Regularien zum Schutz kritischer Infrastruktur und sensibler Daten verabschiedet, um sich gegen mögliche Konflikte abzusichern, ohne dabei chinesische Investitionen zu verlieren. Vieles wird nun davon abhängen, wie die europäische Wirtschaft die angekündigten Innovations- und Digitalpakete mit Leben füllt und ob sie im Verbund etwa mit Japan, Südostasien oder Afrika neue Handels- und Forschungspartnerschaften eingehen will und kann.


KI, Cybersicherheit und digitale Verantwortung

Oben bereits kurz angedeutet schreiten hier die technologischen Entwicklungen weiterhin rasant voran: immer mehr Unternehmen setzen auf generative KI, um ihre Geschäftsprozesse zu automatisieren, neue Produkte zu entwickeln oder effizienter mit Kunden zu kommunizieren. Hier stehen uns spannende Trends in 2025 ins Haus. Eine Studie von McKinsey ergab, dass 72% aller befragte Unternehmen in 2024 in mindestens einem Use Case einsetzen.

Quelle: McKinsey „The state of AI in early 2024“

Doch während KI-Anwendungen einerseits zu einer Steigerung der Produktivität beitragen können, besteht andererseits die Gefahr, dass Kriminelle KI-Systeme für Cyberangriffe missbrauchen und etwa durch Deepfake-Technologien für Desinformation und Betrug sorgen. Aktuelle Hochrechnungen nennen bereits Millionen gefälschter Video- und Audioclips, die im Umlauf sind und zunehmend schwerer zu identifizieren sein werden. Die Folge können Destabilisierung von Unternehmen, Vertrauensverluste in öffentlichen Debatten oder sogar Angriffe auf kritische Infrastrukturen sein.

In diesem Kontext erhält Cybersicherheit eine strategische Bedeutung, die weit über die rein technische Absicherung von Netzwerken hinausgeht. Ransomware und multifunktionale Erpressung bleiben laut ersten Prognosen auch 2025 die wohl destruktivste Form digitalen Verbrechens, da immer mehr Branchen wie Gesundheitswesen oder Versorgungsunternehmen ins Visier von Hackergruppen geraten. Hier zeigt sich, dass es nicht nur um die Investition in spezialisierte IT-Sicherheitslösungen geht, sondern ebenso um eine stärkere Sensibilisierung in Unternehmen und Institutionen: Beschäftigte müssen lernen, moderne Gefahren zu erkennen und effektiv zu melden, während Führungskräfte verpflichtet sind, präventive Strategien zu entwickeln. Gerade auf europäischer Ebene versucht man, durch strengere Vorschriften – beispielsweise in der NIS-Richtlinie oder in sektorspezifischen Sicherheitsverordnungen – ein Mindestmaß an Abwehrfähigkeit vorzuschreiben. Ob dies jedoch ausreicht, bleibt abzuwarten, denn die Komplexität globaler IT Infrastrukturen und das häufige Fehlen harmonisierter Standards erschweren die wirksame Bekämpfung cyberkrimineller Netzwerke.


Klimaschutz zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Parallel zu wirtschaftlichen und technologischen Weichenstellungen wird die Bekämpfung des Klimawandels ein entscheidendes politisches Thema der kommenden Jahre bis hin zu 2023 und darüber hinaus bleiben. Zwar existieren internationale Abkommen wie das Pariser Klimaabkommen mit ambitionierten Temperaturzielen, doch zeigen die Entwicklungen schon lange, dass die tatsächlichen Emissionsreduzierungen weiterhin hinter den Versprechen zurückbleiben. Nicht nur, dass einige große Volkswirtschaften – darunter erneut die USA – dieses Jahr vorübergehend einmal wieder aus dem Abkommen ausgetreten sind: auch die versprochene Umsetzung klimapolitischer Maßnahmen geht oft nur schleppend voran, da nationale Regierungen unter innenpolitischem Druck stehen und kurzfristige Wirtschaftsinteressen vielfach Vorrang erhalten. So weisen aktuelle Untersuchungen darauf hin, dass die globale Durchschnittstemperatur ohne zusätzliche Maßnahmen bis 2100 möglicherweise über die 2-Grad-Marke hinaussteigen wird und damit schwere ökologische wie ökonomische Schäden drohen. In Europa wird man sich deshalb bis 2030 an verschärfte Emissionsziele und strengere Berichts- und Überwachungspflichten halten müssen, während China weiter auf eigene Standards im Bereich grüner Energie und Elektromobilität setzt. Käme es zu einem klimapolitischen Wettlauf der großen Volkswirtschaften, könnte dies zumindest die Investitionen in erneuerbare Technologien beschleunigen und so zu technologischen Durchbrüchen führen, die wiederum die globale Energiewende voranbringen. Europa ist für 2030 bereits gut aufgestellt:

Quelle: Agora „Energiewende 2030: The Big Picture“

Doch der entscheidende Punkt bleibt: Klimapolitik und wirtschaftliche Entwicklung müssen in Einklang gebracht werden. Wo einerseits Subventionen für umweltfreundliche Projekte geplant sind, steigen andernorts die Ausgaben für fossile Brennstoffe oder militärische Rüstung. Dieses Spannungsfeld verlangt politische Weitsicht, die sich nicht immer mit den öffentlichen Stimmungen deckt, insbesondere wenn Inflation und Rezessionsrisiken den Wählerinnen und Wählern zu schaffen machen. Bleiben jedoch mutige Anreize für grüne Innovationen aus, dürfte sich die Frage der Klimaanpassung umso härter stellen: Dürren, Extremwetter und Migrationsbewegungen fordern bereits jetzt massive staatliche Ressourcen, während wissenschaftliche Prognosen für die kommenden Jahre weitere Verschärfungen vorhersagen. Der neue Sechs-Jahres-Plan in Großbritannien für Klimaschutzabkommen oder die EU-Verhandlungen über klimaneutrale Wirtschaft sind Beispiele für internationale Ansätze, die vor allem eines zeigen: nur ein umfassendes Zusammenspiel aus Technologie, Engagement der Zivilgesellschaft und politischem Willen hat das Potenzial, die Klimakrise nachhaltig zu entschärfen. Schauen wir uns die aktuellen Tendenzen hin zu mehr Nationalstaatlichkeit und weg vom kollaborativen Gedanken an, dann rücken auch diese Klimaziele leider wieder in weite Ferne. Wie wir das alles unseren Kindern dann einmal erklären wollen, ist mir schleierhaft.


Weiter machen wie bisher?

Eher nicht, wie ich oben nun zu Genüge geschrieben habe. Alle Zeichen stehen auf Veränderung. Der Grund, warum es aktuell dermaßen viel Bewegung und Friktion gibt, in allen Bereichen, liegt meiner Meinung nach in der Sturheit einiger Player, Institutionen und Staaten, sich nicht bewegen zu wollen, alte Pfründe und Besitzstand nicht aufgeben zu wollen – Materiell und als Wissensschätze. Andererseits haben wir auch solche, die sich nicht schnell genug bewegen können und dadurch andere wiederum unter Stress setzen.

All diese Entwicklungen verdeutlichen, dass die Welt auf ein neues Zeitalter zusteuert, in dem sich geopolitische Machtgefälle, technologische Innovationen, ökologische Notwendigkeiten und wirtschaftliche Interessen erst noch in ein neues Equilibrium einpendeln müssen. Es ist keineswegs sicher, in welche Richtung das Pendel letztlich ausschlagen wird. Die Wahrscheinlichkeit für volatilere Märkte und verhärtete Fronten steigt, während gleichzeitig Chancen für innovative Bündnisse und nachhaltige Transformationen entstehen. Dass die geopolitische Lage an Komplexität zunimmt, muss nicht zwangsläufig zu einer Eskalation führen, sofern sämtliche Akteure auch bereit sind, konstruktiv zu verhandeln und ernsthaft gemeinsame Lösungen zu suchen – sei es im Bereich globaler Daten- und Technologiestandards, bei der Eindämmung von Cyberkriminalität oder in Sachen Klimaschutz. Aber dafür muss man sich gegenseitig wirklich auch mal zuhören und nicht nur warten, bis der andere ausgeredet hat – wenn man dann wenigstens noch diesen Anstand behalten hat.

Wir müssen endlich aufhören wie Maschinen zu denken! Kein binäres Denken mehr, sondern eher ein Quantenbewusstsein mit unendlich viel Platz zwischen schwarz und weiß, falsch und richtig, 1 und 0.

Erscheint vielleicht etwas abstrakt, kann aber im alltäglichen Handeln durchaus konkret werden: wer sich digital weiterbildet, sich in lokale Klimaprojekte einbringt, in neue Plattformen zur Bürgerbeteiligung investiert oder auf verantwortungsvolle Technologieanwendungen setzt oder wer mit seiner Leidenschaft für wenigstens eines dieser Themen andere mitreißen und inspirieren kann, leistet einen Beitrag zu jener Vision von 2030, die von einem Mehr an Kollaboration und Teilhabe geprägt sein wird.

Dabei wird gerade der Faktor Zeit immer wichtiger: eine Welt, die ab 2025 nur langsam reagiert, läuft Gefahr, weitreichende Entscheidungsspielräume zu verlieren und im Jahr 2030 vor vollendeten Tatsachen zu stehen – sei es durch irreversible Umweltschäden, wachsende autoritäre Einflüsse oder eine technologische Konzentration in den Händen weniger Akteure.

Genau an diesem Punkt offenbart sich für mich jedenfalls (m)eine Kernbotschaft:

Auch wenn sich vieles im Spannungsfeld machtvoller Staaten und Konzerne abspielt, bleibt doch eine entscheidende Rolle für Einzelne und Zivilgesellschaft, um die Weichen eben anders zu stellen.

Einerseits verlangt dies Sachkenntnis – von der digitalen Kompetenz bis hin zum Verständnis internationaler Handelsabkommen. Andererseits bedarf es eines Bewusstseins, dass Zukunft nicht passiv „geschieht“, sondern von denjenigen gestaltet wird, die sich in Diskussionen einmischen, Verantwortung übernehmen und dann auch wirklich „MACHEN“!

Die kommenden Jahre halten also nicht nur Risiken bereit, sondern auch die Chance für uns alle, die Spielregeln so zu definieren, dass Fortschritt nicht zu Spaltung führt, sondern zu einem Fundament, auf dem kommende Generationen aufbauen können.

Ich hoffe, mit diesem Artikel einen Beitrag zu genau diesen Ambitionen geleistet zu haben. Euer digitales Engagement zählt, Ihr habt eine Stimme, nicht nur an der Wahlurne, auch im Alltag. Es liegt an UNS das Ruder spätestens jetzt noch herum zu reißen. Das erledigt kein CEO, keine Vorstandsetage, kein Parteitag, kein Oval Office, kein Vatikan, kein Papst für Euch. Keiner wird Euch sagen oder zeigen, wie das geht. Das können wir nur ganz alleine oder besser noch, als Gemeinschaft umsetzen. Indem wir bereit sind, einander wieder zuzuhören.

Wir, jedes einzelne Individuum, programmieren jeden Tag mit jedem Klick, jedem Like, jedem Weiterleiten von Informationen die Welt in der wir morgen leben werden.

Und je mehr wir darüber bescheid wissen, was wir da gerade eigentlich tun, je größer unsere persönliche digitale Verantwortung empfunden und wahrgenommen wird, desto mehr wird sich letzten Endes ein „Worst Case“- in ein „Best Case“ Szenario verwandeln.

Packen wir’s an!

Euer Arno


Democracy at a crossroads: Why the next few years will decide our digital future

–> Click here to listen to an AI-generated Podcast version of this newsletter. <<–

Prologue

Some of us can’t stop shaking our heads these days. The world seems to be at a decisive turning point. The forces of political power, technological development and economic interests seem inextricably intertwined. I wondered what our world might look like after the new president’s term of office, which has just begun, globally and in the areas of the environment, technology, security, political stability, geopolitics and, of course, what role AI will play in this. I started with Perplexity AI and prompted:

With a view to his previous term in office as President of the USA, give us a hypothetical perspective of where we will be worldwide in 2030 with President Trump. What kind of world will we be living in then? Start from what has been and what we currently have.

I verified the sources of the subsequent answers, expanded on „best case“ and „worst case“ scenarios until I finally came up with possible solutions. It was important to me: how can we keep the worst case scenarios as unlikely as possible and promote the best case scenarios? Here’s a spoiler (read on anyway, it’s worth it!):

It is up to US to turn the tide – each and every one of us. No boardroom, no Oval Office, no Vatican. We, every single individual, program the world we will live in tomorrow every day with every click, every like, every forwarding of information. And the more we know about what we are actually doing, the greater our digital responsibility is perceived and realized, the more a worst-case scenario will ultimately turn into a best-case scenario.


Looking ahead

The outlook for the year 2030 reveals promising opportunities but also alarming risks. For example, global development is subject to the growing influence of inflationary fluctuations, protectionist measures and general uncertainty on the financial markets, which could increase further in the coming years according to the latest forecasts.

Source: OECD Economic Outlook (May 2024)

At the same time, traditional power structures are being shaken up: Old alliances are being questioned, in some cases fragile, and new alliances are emerging, often out of national self-interest, leading to a profound realignment of geopolitics. In the midst of this upheaval, it is becoming increasingly clear that the struggle between democratic values and authoritarian currents is increasingly reaching digital arenas, redefining social discourse, economic structures and political decision-making processes in equal measure through their feedback character and social echo chambers. The real question is therefore:

Are we heading towards an era of digitally-enabled participation, or is there a threat of an era in which technology will be used to reinforce authoritarian control mechanisms??

Donald Trump’s second term in office is associated with a possible escalation of tariffs and protectionist measures. This could lead to significant disruption in global supply chains and trade relations: increased international competition and vehement pressure on global supply chains. However, infrastructure projects in the area of digital networks and modern platforms for citizen participation could represent a potential counterweight here, enabling society to play a more active role in shaping the future instead of just passively watching. However, the line between an open, democratic future and an increasingly monitored world could be narrower than many people realize. But what are we actually talking about?


Global perspective: everything will be different

The international order currently seems to be changing faster than code updates on Amazon. While the USA and China are vying for technological and economic supremacy, new regional powers are claiming their place geopolitical. According to current forecasts, global economic growth could fall short of expectations, particularly in Europe, while somewhat more robust development is expected in the US, which is likely to further increase the imbalance between the two regions. There are also signs that protectionism is on the rise as an economic policy instrument; experts expect additional tariff barriers to be introduced in several major industrialized nations by 2025 alone, which will further fragment supply chains. In this context, Europe is struggling to find its own position, characterized by efforts to remain capable of acting in the race for AI expertise and in terms of security policy. At the same time, immigration due to humanitarian crises – for example as a result of conflicts in the Middle East – but also economic difficulties are fueling growing populism and presenting governments with the challenge of maintaining empathy and the ability to act at the same time. In view of these multiple challenges, more and more voices are calling for a fundamentally new global governance structure. Experts are already discussing approaches that take greater account of the influence of rapidly growing economies while remaining true to democratic principles. This area of tension reveals a world in which decisions in Berlin, Washington or Beijing have an impact far beyond national borders, while smaller countries and communities fight for their right to have a say. Important trade agreements or climate agreements are therefore not only being put to the test – they are becoming the arena for the question of how much cooperation is still possible at all when major players are increasingly focusing on their own economic interests.

At the same time, and paradoxically, increasing fragmentation is also opening up space for regional alliances to experiment with new forms of cooperation. Multinational companies see themselves as having a double duty: on the one hand, they must safeguard their business models against geopolitical risks, and on the other hand, they are expected to take responsibility – whether in terms of secure data exchange or sustainability. Current indicators suggest that the majority of these companies will begin to drastically diversify their supply chains by 2025 in order to counter geopolitical uncertainties. This will create a world in which diversity and decentralization are more consciously pursued, but which also carries the risk of global solutions being blocked by competition between different camps. At first glance, the globe may appear to be moving closer together, but at the same time the walls in people’s minds and borders in trade balances are growing.


Technology: a double-edged role

Technological innovations have the potential to drastically change democratic participation. Advanced AI systems are already making it easier for people to access knowledge about political processes or to inform themselves more thoroughly during elections. Open government platforms such as Consul or online participation tools enable stakeholders to involve citizens directly in municipal planning. In an ideal scenario, digitalization strengthens social cohesion and leads to a „super-collaborative government“ in which politics, administration and civil society work closely together to find solutions to social and economic challenges.

However, the downside cannot be denied: if a world emerges in which a handful of tech giants succeed in controlling crucial data flows, liberal democracy itself is at stake. A „private algocracy“ would mean that large corporations would gain enormous power over public discourse and political decision-making processes, for example by controlling access to information or using algorithms to benefit their own corporate interests. This increases the risks of disinformation: we can already see how AI can be used more and more successfully for deepfakes, which ultimately undermines trust in reliable sources. In addition, there are potential surveillance structures that officially serve the purpose of security, but at the same time enable comprehensive data collection, which can quickly become an instrument of direct control in less democratic systems. Current threat analyses assume that several thousand large-scale cyberattacks on critical infrastructures took place in 2024 alone, a trend that is likely to intensify in the coming year. Incidentally, Deutsche Telekom Telekom gives us a good insight into the nature of such attacks via its security tachometer. AI will probably boost these developments. But Don’t take my word for it. A recent study from UC Berkeley as of January 2025 confirms that AI-enabled cybercrime has moved from theoretical concerns to concrete reality. The research notes that the cybercrime landscape continues to expand, with increasing tech support scams, investment fraud, and FOMO-driven schemes, with both the frequency and financial impact of these crimes growing significantly.

Source: the „Sicherheitstacho“ of Deutsche Telekom.

There is an often invisible but highly dangerous boundary between technological progress and digital surveillance.


The tension between democracy and technological autocracy

The question of how political systems and the digital sphere interact with each other is increasingly becoming a decisive factor in social stability. In the best-case scenario, technological advances drive the democratization of societies: citizens form digital forums, organize participatory budgets or actively participate in legislative processes. The municipal and regional levels in particular can thus become areas of experimentation by using digital tools to build resilience against populism or extremism. Initial pilot projects are already showing how „participatory budgeting 2.0“ can use AI to evaluate the population’s priorities and translate them into concrete budget proposals, which could increase trust in political institutions. Incidentally, this is also a „challenge, but feasible“ for Europe. So does everything look good? Well…

In an unfavorable scenario, however, political systems fragment under the pressure of social media. Algorithms create echo chambers in which resentment intensifies, while balanced debates become increasingly rare. Many societies could be so deeply divided that governments struggle to find majorities for essential reforms. Unfortunately, we are currently witnessing precisely this development live in every nook and cranny. As a result, the risk of social unrest is increasing, as large sections of the population no longer feel represented by state bodies. In this context, digital voting procedures are also becoming vulnerable, as security gaps or attempts at manipulation could make citizens suspicious and lead to a crisis of legitimacy in political processes. Studies assume that the number of polarizing online campaigns and coordinated disinformation attempts in the run-up to important elections will continue to increase. A dangerous vacuum between social expectations and institutional response options could shape the political landscape. This raises an old but now more pressing question:

How can we maintain trust in democratic institutions under digital conditions and at the same time preserve diversity of opinion?


Breaking out of the cycle: individual capacity to act

In view of the phenomenon that politics and the economy are often driven by vested interests, there is a greater focus on the actions of the individual. After all, each and every one of us has the opportunity to actively shape the course of events instead of just looking on. For example, those who improve their digital skills can make better decisions online, whether it’s about obtaining information, protecting their own data or questioning manipulative content. According to new estimates, around 80 percent of all jobs will require certain basic digital skills by 2025, which opens up enormous potential for self-determined action. A critical awareness of disinformation campaigns also makes it possible to expose false narratives more quickly – but this requires intensive engagement with digital tools and research strategies. I always say this in my lectures:

We all need to become little journalists. Every source, every claim should not be evaluated directly as false or correct, but should be supported or refuted by at least 3 other primary sources. Only then should we click the „send“ button.

Furthermore, democratic participation should not only end in polling stations. New civic tech platforms (already mentioned and linked above) offer local communities the chance to start their own projects, submit petitions or design strategies for more sustainability. In this way, citizens can not only make demands, but also develop them themselves, for example in energy cooperatives or educational initiatives. And if a tool does not yet exist today, there will surely be someone who can program something even bigger from a good idea. Studies suggest that from 2025, more and more municipalities in Europe will want to experiment with participatory budgeting, youth councils and digital participation formats in order to enable their population to play a more active role. Another factor is the responsible use of digital communication channels: Those who carefully check information before sharing it and who engage in constructive dialog instead of insults or destructive comments are contributing to a more vital culture of debate. A Bertelsmann study from 2021 showed that citizens found digital participation helpful. Digital citizen dialogs, for example via video conferencing, offer a space for conveying information and for personal exchange, feedback and ideas for improvement.

Overall, there was overwhelmingly positive feedback from all sides. In a final survey across all pilot municipalities, over 90 percent of citizens rated the new format as good to very good.

This creates a structure in which individuals and communities use the network not just as consumers, but as co-creators.


The way forward

Nothing is predetermined – as described above, developments towards 2030 will be shaped by overarching geopolitical factors, but also by all the small, everyday decisions we all make. My grandmother used to say that politics is where you open your wallet. However, the global challenges seem enormous: the increasing consequences of climate change, the threat of trade conflicts and the future of work under the influence of artificial intelligence. According to a current IMF forecast, global growth is expected to be around 3.3% in 2025, although these forecasts fluctuate depending on conflicts and geopolitical tensions. The decisive factor, however, is whether enough people decide to use this area of tension in the interests of an open society. Individual action – from writing an informed statement in a local discussion to supporting non-profit organizations that defend basic digital rights – can influence the direction of the whole.

However, a scenario of hope requires more than the efforts of individuals: in addition to investments in infrastructure and education, international cooperation must be established that is characterized by trust and common standards. Otherwise, ambitious projects such as fair regulation of the global exchange of data and technology will remain ineffective. Although the political climate is currently shifting towards national interests, there are numerous forums that are waiting for new impetus and could actively involve global civil society. In the long term, the question will be whether we pull together to prevent digital autocracies or whether we allow ourselves to be dazzled by the fascination of new technologies without taking their potential for abuse seriously. It is up to each and every one of us to demonstrate digital responsibility, get involved in democratic processes and thus steer the path towards openness, innovation and cohesion after 2030. After all, whether we enter a new golden age of participation or fall into the trap of readily accepted surveillance systems is largely in our hands. Especially in times of rapid technological upheaval, collective engagement could be the decisive turning point. And please don’t lose sight of the „global players“!


It’s complicated: the US-China relationship

A decisive moment for the coming years will be the question of how the relationship between the United States and China develops. New export and investment restrictions on advanced semiconductor technologies are already in force, which are justified in Washington as a legitimate protection of national security, but are seen in Beijing as an attempt to slow down China’s economic rise. The Carnegie Endowment for International Peace (CEIP), which was founded in 1910, has published an in-depth study on the subject. In practice, such restrictions are likely to lead to China investing more resources in the development of its own key technologies, but a rapid decoupling of entire industries is almost impossible in view of globally distributed supply chains. There are also attempts to keep scientific cooperation within a regulated framework: The recently extended bilateral agreement on science and technology is intended to promote innovation on the one hand, but limit military uses on the other. This creates a complicated balance in which China and the US work partly with and partly against each other – a constellation that could become even more acute due to frequently changing priorities in US policy.

On the other hand, it is conceivable that a new „normality“ will emerge over time: China continues to strive for technical and economic self-sufficiency, while the US wants to maintain a certain technological edge, but is only able to a limited extent to completely deny China access to know-how, as stated in the above-mentioned study by the Carnegie Endowment for International Peace.

Frictions over sharing technology also could diminish as time passes and the United States and China settle into a new normal in which both sides accept that technology limitations are natural.

For companies and governments worldwide, this means learning to operate in a world in which political relationships are characterized by pragmatic compromises and economic necessities as well as power-political rivalries. Europe is also trying to maintain an independent role in this rivalry and has already adopted additional regulations to protect critical infrastructure and sensitive data in order to safeguard itself against potential conflicts without losing Chinese investment. Much will now depend on how the European economy fills the announced innovation and digital packages with life and whether it can enter into new trade and research partnerships with Japan, Southeast Asia or Africa, for example.


AI, cyber security and digital responsibility

Technological developments are continuing to advance at a rapid pace: more and more companies are turning to generative AI to automate their business processes, develop new products or communicate more efficiently with customers. Exciting trends await us in 2025. A study by McKinsey found that 72% of all companies surveyed will be using AI in at least one use case in 2024.

Source: McKinsey „The state of AI in early 2024“

While AI applications can contribute to an increase in productivity, there is also a risk that criminals will misuse AI systems for cyber attacks and use deepfake technologies to spread disinformation and fraud. Current projections indicate that millions of fake video and audio clips are already in circulation and will become increasingly difficult to identify. This could result in the destabilization of companies, loss of trust in public debates or even attacks on critical infrastructures.

In this context, cyber security takes on a strategic importance that goes far beyond the purely technical protection of networks. According to initial forecasts, ransomware and multifunctional extortion will remain the most destructive form of digital crime in 2025, as more and more sectors such as healthcare and utilities are being targeted by hacker groups. This shows that it is not just about investing in specialized IT security solutions, but also about raising awareness in companies and institutions: Employees must learn to recognize modern threats and report them effectively, while managers are obliged to develop preventative strategies. At European level in particular, attempts are being made to impose a minimum level of defensive capability through stricter regulations – for example in the NIS Directive or in sector-specific security regulations. However, it remains to be seen whether this will be enough, as the complexity of global IT supply chains and the lack of harmonized standards make it difficult to effectively combat cybercriminal networks.


Climate protection between wish and reality

Parallel zu wirtschaftlichen und technologischen Weichenstellungen wird die Bekämpfung des Klimawandels ein entscheidendes politisches Thema der kommenden Jahre bleiben. Zwar existieren internationale Abkommen wie das Pariser Klimaabkommen mit ambitionierten Temperaturzielen, doch zeigen die Entwicklungen schon lange, dass die tatsächlichen Emissionsreduzierungen weiterhin hinter den Versprechen zurückbleiben. Nicht nur, dass einige große Volkswirtschaften – darunter erneut die USA – im Jahr 2025 vorübergehend aus dem Abkommen ausgetreten sind: auch die versprochene Umsetzung klimapolitischer Maßnahmen geht oft nur schleppend voran, da nationale Regierungen unter innenpolitischem Druck stehen und kurzfristige Wirtschaftsinteressen vielfach Vorrang erhalten. So weisen aktuelle Untersuchungen darauf hin, dass die globale Durchschnittstemperatur ohne zusätzliche Maßnahmen bis 2100 möglicherweise über die 2-Grad-Marke hinaussteigen wird und damit schwere ökologische wie ökonomische Schäden drohen. In Europa wird man sich deshalb bis 2030 an verschärfte Emissionsziele und strengere Berichts- und Überwachungspflichten halten müssen, während China weiter eigene Standards im Bereich grüner Energie und Elektromobilität setzt. Kommt es zu einem klimapolitischen Wettlauf der großen Volkswirtschaften, könnte dies zumindest die Investitionen in erneuerbare Technologien beschleunigen und so zu technologischen Durchbrüchen führen, die wiederum die globale Energiewende voranbringen. Europa ist für 2030 bereits gut aufgestellt:

Alongside economic and technological decisions, combating climate change will remain a key political issue in the coming years. Although international agreements such as the Paris Climate Agreement exist with ambitious temperature targets, developments have long shown that actual emission reductions continue to fall short of the promises. Not only did some major economies – including the USA once again – temporarily withdraw from the agreement in 2025: the promised implementation of climate policy measures is also often slow, as national governments are under domestic political pressure and short-term economic interests often take precedence. Current studies indicate that without additional measures, the global average temperature may rise above the 2-degree mark by 2100, threatening serious ecological and economic damage. Europe will therefore have to adhere to stricter emissions targets and stricter reporting and monitoring obligations by 2030, while China will continue to set its own standards in the areas of green energy and electromobility. If there is a climate policy race between the major economies, this could at least accelerate investment in renewable technologies and thus lead to technological breakthroughs, which in turn will advance the global energy transition. Europe is already well positioned for 2030:

Source: Agora „Energiewende 2030: The Big Picture“

But the crucial point remains: Climate policy and economic development must be reconciled. Where subsidies for environmentally friendly projects are planned on the one hand, spending on fossil fuels or military armaments is increasing elsewhere. This area of tension requires political foresight, which does not always coincide with public sentiment, especially when inflation and recession risks are a concern for voters. However, if bold incentives for green innovation fail to materialize, the issue of climate adaptation is likely to become all the more acute: Droughts, extreme weather and migration movements are already demanding massive government resources, while scientific forecasts predict further exacerbations in the coming years. The UK’s new six-year plan for climate protection agreements and the EU negotiations on a climate-neutral economy are examples of international approaches that show one thing above all: only a comprehensive combination of technology, civil society engagement and political will has the potential to mitigate the climate crisis in the long term. If we look at the current trend towards more nation states and away from collaborative thinking, then these climate goals are unfortunately also moving into the distant future. How we are going to explain this to our children is beyond me.


Carry on as before?

Rather not, as I have now written enough about above. All signs point to change. In my opinion, the reason why there is currently so much movement and friction in all areas lies in the stubbornness of some players, institutions and states not wanting to move, not wanting to give up old sinecures and vested interests – materially and as knowledge treasures. On the other hand, we also have those who cannot move fast enough, which in turn puts others under stress.

All these developments make it clear that the world is heading towards a new era in which geopolitical power imbalances, technological innovations, ecological necessities and economic interests have yet to settle into a new equilibrium. It is by no means certain in which direction the pendulum will ultimately swing. The likelihood of more volatile markets and hardened fronts is increasing, while at the same time opportunities for innovative alliances and sustainable transformations are emerging. The increasing complexity of the geopolitical situation does not necessarily have to lead to escalation, as long as all players are prepared to negotiate constructively and seriously seek joint solutions – be it in the area of global data and technology standards, the containment of cyber threats or climate protection. But to do this, we really have to listen to each other and not just wait until the other person has finished talking – if at least we still have the decency to do so. We must finally stop thinking like machines! No more binary thinking, but rather a quantum consciousness with an infinite amount of space between black and white, wrong and right, 1 and 0.

It may seem a little abstract, but it can become quite concrete in everyday actions: anyone who educates themselves digitally, gets involved in local climate projects, invests in new platforms for citizen participation or relies on responsible technology applications, or who can inspire others with their passion for at least one of these topics, is making a contribution to the vision of 2030, which is characterized by more collaboration and participation.

The time factor is becoming increasingly important: a world that is slow to react from 2025 onwards runs the risk of losing far-reaching scope for decision-making and being faced with a fait accompli in 2030 – be it through irreversible environmental damage, growing authoritarian influences or technological concentration in the hands of a few players.

It is precisely at this point that a core message emerges for me:

Even if many things are taking place in the field of tension between powerful states and corporations, individuals and civil society still have a decisive role to play in setting a different course.

On the one hand, this requires expertise – from digital competence to an understanding of international trade agreements. On the other hand, it requires an awareness that the future does not „happen“ passively, but is shaped by those who get involved in discussions, take responsibility and then actually „MAKE“! The coming years therefore not only hold risks, but also the opportunity for all of us to define the rules of the game in such a way that progress does not lead to division, but to a foundation on which future generations can build.

I hope to have made a contribution to precisely these ambitions with this article. Your digital engagement counts, you have a voice, not only at the ballot box, but also in everyday life. It is up to US to turn the tide now at the latest. No CEO, no boardroom, no party conference, no Oval Office, no Vatican, no Pope can do it for you. No one will tell you or show you how to do it. We can only do it on our own or, even better, as a community. By being prepared to listen to each other again.

We, every single individual, program the world we will live in tomorrow every day with every click, every like, every forwarding of information.

And the more we know about what we are actually doing, the greater our personal digital responsibility is perceived and realized, the more a „worst case“ scenario will ultimately turn into a „best case“ scenario.

Let’s tackle it!

Your Arno


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert