Alles nur „Hype“? Der Gartner Hype Cycle 2024 für künstliche Intelligenz



Alles nur „Hype“? Der Gartner Hype Cycle 2024 für künstliche Intelligenz



KI-Logbuch

Inspiration, Entdeckungen, Anwendungen

Alles nur „Hype“? Der Gartner Hype Cycle 2024 für künstliche Intelligenz

Created on 2024-07-19 21:15

Published on 2024-07-24 04:00

Liebe Neugierige, Kreative, Entdecker*innen,

willkommen zur neuesten Ausgabe des KI-Logbuchs. Das Thema KI ist nach wie vor Top Thema. Das ist für einen reinen „Hype“, wie es das Handelsblatt erst kürzlich betitelte, schon echt eine Leistung. Aber dann interessierte es mich schon, ob sich am 2023er Hype Cycle, den Gartner vergangenes Jahr veröffentlich hat, dann doch etwas verändert hatte. Heute werfen wir deshalb mal einen Blick auf den noch recht frischen Gartner Hype Cycle für Künstliche Intelligenz 2024 (Reprint) und vergleichen ihn mit dem Vorjahr. Das lohnt sich, denn nicht wirklich überraschenderweise verändert sich die KI-Landschaft scheinbar ständig und in immer schnelleren Iterationszyklen. „Nichts Neues!“ ruft da Heraklit aus seiner Höhle. Ok, alter Hipster, der er war, wusste der das ja schon vor 2500 Jahren:

„Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.“

Obwohl ich mal gerne wissen würde, wie gerade DU Heraklit, als überzeugter Einsiedler, auf genau solche Weisheiten kommst. Naja, egal.


Hype Cycle 2024: Spiegel der KI-Entwicklungen des vergangenen Jahres

Der Gartner Hype Cycle für Künstliche Intelligenz ist ein wichtiges Instrument, um die Reife und Akzeptanz verschiedener KI-Technologien zu verstehen.

Die Ausgabe 2024 zeigt einige interessante Verschiebungen und neue Trends, die uns einen Einblick in die Zukunft der KI geben.

Gartner Hype Cycle 2024 für KI

Eine der auffälligsten Änderungen ist die Position der Generativen KI. Nachdem sie 2023 den Gipfel der überzogenen Erwartungen erreicht hatte, ist sie nun Richtung „Tal der Enttäuschungen“ unterwegs. Dies spiegelt eine realistischere Einschätzung ihrer Fähigkeiten und Grenzen wider. Trotz des ganzen „Rummels“ darum, hat Generative KI in vielen Fällen noch nicht den erwarteten geschäftlichen Nutzen geliefert. Eine kleine Umfrage, die ich auf LinkedIn kürzlich gemacht habe, deutet jedoch an, dass der Weg Richtung Business Use Cases bereits begonnen hat. Auch, wenn aktuell noch „private Explorationen“ in KI leicht vor den Businessanwendungen liegt.

Eigene Umfrage vom 12. bis 19. Juli 2024 auf LinkedIn

Die Umfrage ist sicherlich nicht repräsentativ und das Ergebnis eher knapp. Rechnet man jedoch jeweils die „private/personal“ Stimmen und die mit Bezug zu „business“ jeweils zusammen, so liegen die Anwendungsszenarien im Business Kontext bereits leicht vorne. Das „Tal der Tränen“ ist da im Grunde nicht wirklich so traurig, wie der Name vermuten lässt.

Zurück zum Hype Cycle. Dort kann man neben dem „Abgang“ der generativen KI gleichzeitig vielversprechende Neuzugänge wie Quantum AI, Embodied AI und Sovereign AI beobachten. Diese Technologien zeigen, dass sich das Feld der KI weiter diversifiziert und spezialisiert. Besonders Sovereign AI, das die wachsende Bedeutung nationaler KI-Kapazitäten betont, könnte in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Kann aber auch im Kontext des Superwahljahres 2024 besondere internationale Relevanz erfahren haben.


KI-Engineering: Das Fundament für skalierbare KI-Lösungen

Ein Bereich, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist das „KI-Engineering“. Laut Gartner bildet es „die Grundlage für die unternehmensweite Bereitstellung von KI- und generativen KI-Lösungen im großen Maßstab„. KI-Engineering vereint DataOps, MLOps und DevOps, um kohärente, unternehmensweite KI-Systeme zu schaffen. Diese Entwicklung zeigt, dass Unternehmen nicht nur an der Entwicklung neuer KI-Modelle interessiert sind, sondern auch an deren effizienter Integration in bestehende Systeme und Prozesse – ein entscheidender Schritt, um den tatsächlichen Wert von KI-Technologien zu realisieren.


Verantwortungsvolle KI im Fokus

Ein weiterer Trend, der sich im Hype Cycle 2024 abzeichnet, ist die wachsende Bedeutung von verantwortungsvoller und ethischer KI. Themen wie Responsible AI, AI TRiSM (Trust, Risk and Security Management) und Sovereign AI (hatten wir ja oben bereits) rücken in den Vordergrund. Dies spiegelt das zunehmende Bewusstsein für die ethischen und sicherheitsrelevanten Aspekte der KI-Entwicklung wider. Unternehmen und Organisationen erkennen, dass der Einsatz von KI nicht nur eine technologische, sondern auch eine ethische Herausforderung darstellt. Und auch eine menschliche! Die Entwicklung vertrauenswürdiger und sicherer KI-Systeme wird in Zukunft ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.


Zukunftstrends in der KI

Aus dem Hype Cycle 2024 könnte man beginnen, vorsichtig einige Trends für die Zukunft der KI abzuleiten:

1. Gerade geschrieben, Ethik und Verantwortung rücken in den Fokus: Themen wie „Responsible AI“ und „AI TRiSM“ (Trust, Risk and Security Management) gewinnen an Bedeutung.

2. KI-Engineering wird wichtiger: Die Implementierung und der Betrieb von KI-Systemen im großen Maßstab werden zunehmend relevant.

3. „Composite AI“ ist im Kommen: Die Kombination verschiedener KI-Techniken für robustere Lösungen gewinnt an Fahrt.

4. Foundation Models bleiben zentral: Große Sprachmodelle und ihre Anwendungen in verschiedenen Bereichen behalten ihre Schlüsselrolle.

5. Edge AI und neuromorphes Computing: Der Trend geht zu effizienterer und spezialisierter KI-Hardware.


Was jetzt wichtig ist

1. Bleibt kritisch: Nicht jeder Hype hält, was er verspricht. Beobachtet Technologien über längere Zeit. KI an sich wird bleiben, klar, aber schaut genauer hin. Was macht aus Sicht Eures Businesses Sinn, wo solltet Ihr kein totes Pferd reiten?

2. Fokussiert auf Praxis: Konzentriert euch auf KI-Lösungen, die echte Probleme lösen. Nicht zuerst KI und dann passende Probleme dafür suchen. Macht Euch Eure Prozesse klar, identifiziert „Pain Points“. Schaut dann ob diese repetitiven, einfach zu beschreibenden Charakter haben. Dann erst schauen, ob und wenn ja, welche Form einer KI hier Sinn machen könnte. Fragt Euch, wie Ihr den Erfolg dann auch messen wollt.

3. Ethik mitdenken: Berücksichtigt von Anfang an ethische Aspekte bei KI-Projekten. Später ist es zu schwierig, diese Punkte noch zu integrieren. Besser direkt integriert mitdenken statt am Anfang weg zu gucken.

4. Weiterbildung ist key: KI entwickelt sich rasant – bleibt am Ball mit Kursen und Fachliteratur. Gönnt Euch einen „KI Evangelisten“ in Eurem Unternehmen. Der macht nichts anderes, als auf dem Laufenden zu bleiben und sein Wissen mit allen zu teilen. Seine Workshops und Vorträge helfen allen mitzuziehen. So wird niemand abgehangen und das Unternehmen spielt vorne mit.

5. Vernetzt euch: Tauscht euch mit anderen KI-Enthusiasten in Eurem Unternehmen aus, um neue Perspektiven zu gewinnen. Communities sind immer gut. Sucht Euch eine und startet durch!


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Nachschlag

Meine Newsletter möchten Euch im Idealfall inspirieren, selber mit KI aktiv zu werden. Wir alle haben die Macht, diese vielleicht letzte Erfindung der Menschen zu begleiten und so ein Stück weit auch mit unserem Input zu formen. Alan Kay brachte das ganz gut auf den Punkt:

„Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu erfinden.“

Jede*r von uns kann aktiv an der Gestaltung unserer KI-Zukunft mitwirken. Packen wir’s also an!

Ich hoffe, diese Ausgabe hat Euch einen brauchbaren Überblick zu den aktuellen Trends im Kontext „künstliche Intelligenz“ anhand des Gartner Hype Cycle für Künstliche Intelligenz 2024 geben können. Bleibt neugierig und offen für die Möglichkeiten, die uns KI bietet.

In der nächsten Ausgabe werden wir uns mit einem Thema des Hype Cycles beschäftigen: Edge AI!

Bis dahin alles Gute und danke für Eure treue Leserschaft! Euer Feedback bedeutet mir sehr viel, also schreibt, was Euch gefällt oder auch weniger zusagt. Wovon wollt Ihr mehr, wovon weniger sehen? Welche Themen brennen Euch unter den Nägeln, was könnt Ihr nicht mehr sehen?

Bleibt neugierig!

Arno


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